1. Februar 2008

Marie?

Vor Serienstart der Fertigung wurden die ersten Modelle des R4 einem intensiven Test unterzogen. Im Herbst 1959 starten die ersten Testfahrten des Prototypen 112 - die Geburt des R4. So wurde erstmalig ein neues Fahrzeug komplett auf seine Schwachstellen hin untersucht, um einen optimalen Produktionsstart zu haben. So fuhren die ersten 14 Exemplare nicht weniger als 2 Millionen Kilometer.

Dazu wurden Fahrzeuge des R4 nach Sardinien, in die USA und in andere Gegenden gebracht, um dort auf schlechten Straßen, bei Hitze und Kälte die Serienreife zu beweisen. In Paris wartete man neugierig auf die Ergebnisse der Testfahrten. Um die Konkurrenz nicht aufzuwecken, wurde mit vermeintlich harmlosen Telegrammen (die man bei der Post ja in Klarschrift lesen konnte) kommuniziert. Der R4 erhielt dazu einen geheimen Codenamen : "Marie-Chantal".

Ein Telegramm nach Paris: "Marie-Chantal und ihre Kinder senden ihren Eltern die besten Wünsche." sollte heißen: das Testfahrzeug funktioniert einwandfrei.

Im Sommer 1961 wurden die Montagebänder eingerichtet und die Auslieferung konnte beginnen.

Und weil ein Auto in Frankreich weiblich ist und mir zumindest der erste Teil des Namens gefällt, heißt meiner nun Marie.

20. Januar 2008

Nun bekommt Marie ihr Fett weg



Andere Maries lassen sich ihr Fett absaugen - hier geht es genau um das Gegenteil. Denn im September 2007 bekam ich kurzfristig einen Termin zur Konservierung der Hohlräume und anderer Problemzonen meines R4 bei Mike Sander. Er ist wohl der Mann schlechthin, wenn um die Konservierung von alten Autos geht. Er hasst Rost, schreibt er über sich selbst. Dann passt er zum R4, dachte ich mir.

Sein Fett soll die beste Wirkung haben, wenn es um den Schutz vor Rost geht. Also habe ich mich beim Meister persönlich auf die Warteliste setzen lassen und bin dann überraschend schnell im holsteinischen Ort Horst bei Herrn Sander vorstellig geworden. Nach 5 Tagen konnte ich meinen Wagen wieder abholen, nun um etwa 5 kg schwerer durch Fett im Bereich des Unterbodens und in allen Hohlräumen. Geholfen hat auch eine genaue Betrachtung der Hohlräume des R4- leider nicht alle ganz rostfrei, aber im Rahmen. Das Fett soll nun zumindest weitere Korrosion stoppen.

Auf dem Bild gibt es einen Blick in die privatesten Bereiche Maries: in den Kotflügel hinten links, auf den Bereich des Tankeinfüllstutzens, es ist ein Teil der Fotodokumentation aus Herrn Sanders Werkstatt.

Zur Sicherheit gegen Flecken liegt nun eine Pappe in der Garage - denn das Fett hat eine Konsistenz wie Margarine und fängt bei warmem Wetter an, weiter zu kriechen. Ein Grund mehr, sich auf den Sommer zu freuen.

12. Januar 2008

4L Magazine


Die französische Zeitschrift 4L Magazine ist eine tolle Möglichkeit, Informationen zum Renault 4 zu bekommen. Sie erscheint inzwischen zweimonatlich und ist sehr sehenswert aufgemacht. Kaum Anzeigen, toll fotografiert, voller Begeisterung der Autoren für den R4.

Es gibt dort Informationen für Sammler, Fotos des Renault 4 aus der ganzen Welt, Erinnerungen an alte Zeiten, Veranstaltungshinweise, Berichte von Ralleys, Vorstellungen von besonders restaurierten Fahrzeugen, oft mit zeitgenössischer Werbung, Fahrzeugminiaturen, Fanclub-Vorstellungen, Weblinks und Kleinanzeigen.

Wer also etwas Französisch spricht und sich für den Renault 4 begeistert, wird seine Freude an diesem Kleinod haben. Ich freue mich jedenfalls über die Gelgenheit, meine Sprachkenntnisse zu reaktivieren.

Einzelne Ausgaben kosten € 5,- plus Versand und sind zu bestellen bei journaux.fr - ich habe dort ein Heft bestellt und danach gleich beim Verlag ein Abonnement für € 32,- für sechs Ausgaben frei Haus abgeschlossen. Auch alte Ausgaben können nachbestellt werden - nur die erste ist bereits ausverkauft.