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9. April 2011

R4 - 50 Jahre : 9. April 2011 Aktion bei Renault Tag der offenen Tür

Heute feierten die Renault Händler den 50. Geburtstag des Renault 4. Mein Sohn und ich nutzten dies, einmal bei einigen Händlern in Hamburgs Nordwesten vorbeizuschauen.
T-Shirts und Verlosung lockten - und so eine Aktion ist ja auch immer eine gute Gelegenheit, einmal das Herzblut der Händler zu testen.
Zunächst besuchten wir das http://www.autohaus-elbgemeinden.de in Schenefeld. Ein netter Empfang, etwas improvisiert die Verlosungsaktion, aber wir wurden gleich mit T-Shirts beschenkt und viele Mitarbeiter freuten sich über unseren Besuch mit dem R4. Es ergaben sich gleich ein paar Gespräche mit Mitarbeitern aus Verkauf und Service, aber auch mit Kunden.

Weiter zu http://renault-hamburg.de/ in Othmarschen. Dort war viel los, mit Buffet und Hostessen. Entsprechend wenig Interesse im Geschäft, Herzblut ist ein Fremdwort. Ich warte auch seit Wochen auf einen Anruf wegen eines Ersatzteiles. Ganz klar: hier geht es um Vertragsabschlüsse. Lustig, dass dann ganz plötzlich etliche Kunden um unser Auto standen - aber niemand von Renault. Wir haben schnell am Buffet etwas gegen die Lebensmittelvernichtung getan und sind dann schnell wieder weiter gefahren.

Es folgte das Highlight, in Norderstedt-Garstedt bei http://www.lzautomobile.de/ - mein Sohn bekam eine Wurst auf die Hand und ich freute mich über den schönen roten R4 des Hauses - der den besten Schaufensterplatz bekam. Klar, es war ja sein Geburtstag. Das hatten die anderen Händler noch nicht so ganz verstanden. Der Wagen hat 155 km auf dem Tacho und ist aus der Serie "Salü". Eine Rarität in dem Zustand. Nette Gespräche mit Kunden und Mitarbeitern - über den Start bei Facebook - hier habe ich den Eindruck eines aufgeschlossenen, sich der Vergangenheit bewussten und in die Zukunft blickenden Unternehmens. Herzblut eben. So macht es Spaß!

Auf dem Heimweg ein Abstecher in Pinneberg - aber da konnte ich nicht mal in erster Reihe parken. Ein Mitarbeiter sehnte Kundschaft herbei - und ich hätte Marie im Abseits parken müssen. Das hat sie nicht verdient - darum sind wir einfach nach Hause gefahren.

Ich wollte Marie nochmal etwas Bewegung auf der Autobahn verschaffen, denn sie war ja grad zum Service bei Renault Kreysch in Elmshorn gewesen. Eine Werkstatt mit Wertschätzung der alten Autos - und einer tollen Kundenpflege - Herr Kreysch schenkte mir das tolle, limitierte R4 Buch. Was soll ich sagen: super Werkstatt und ein dickes Dankeschön. Also, schnell auf der A23 nach Itzehoe - aber da stand nur ein junger Spund im schwarzen Anzug rauchend vor der Tür - nix los. Also auch kein Grund, hineinzugehen, denn den interessiert ein Auto, das älter ist als er selbst, sicher nicht und Menschen, die breit grinsend in Erinnerungen schwelgen waren nicht auszumachen. Dann lieber nach Hause, noch ein paar Sonnenstrahlen im Strandkorb genießen.

Fazit: mein R4 fährt wie geschmiert. Ist er ja auch. Verbrauch bei 5,7 l im Drittelmix im März - bestens. Spitze 130 km/h - mehr als im Brief. Ich habe nun Händler kennen gelernt, sie hatten alle eine Möglichkeit, sich zu präsentieren. Die Werkstattleistung kann ich nur von einem mit sehr gut beurteilen. Herzblut bei allen Mitarbeitern ist bei zweien sichtbar, so richtig begeistert hat mich einer. Und es gibt ein klares Schlusslicht auf dieser nicht repräsentativen und rein subjektiven Betrachtung. Was zu erwarten war, wenn dort eher Begriffe wie Flottenmanagement oben stehen und kein Inhaber dahinter steht. Das ist vielleicht der besondere Charme von Renault - es gibt noch Autohäuser mit einer sehr persönlichen Note. Wem die gefällt, ist ja eine ganz persönliche Entscheidung. Ich habe jedenfalls zwei Favoriten. Nein. Drei. http://www.autohaus-manske.de/ hat mir das tolle Auto verkauft, das Vertrauen wurde nie enttäuscht und es besteht bis heute ein netter, loser Kontakt. Dort werden Teile besorgt, die Händler hier im Norden nicht auftreiben können oder wollen.

Was wünsche ich mir? Dass Renault entdeckt, dass die Pflege der Historie nicht nur nach Gesichtspunkten des Marketing erfolgt, sondern auch wirklich unterstützend für die Besitzer der alten Autos mit Teilen und Rat und Tat. Denn irgendwie ist es nach den Zeilen doch schade, dass bei mir vor der Tür Tiguan und Zafira den Alltag bestimmen und nicht Megane, Scenic und Co.

26. August 2008

Schönster Youngtimer Deutschlands 2008

Für ein interessantes Wochenende waren wir mit Marie in Berlin. Eingeladen hatten N24, Meilenwerk und autoplenum.de. Es trafen sich die zehn letzten ausgewählten Fahrzeuge der Suche des besten Youngtimer Deutschlands 2008 aus einigen hundert Bewerbern. Marie war dabei.

Die Fahrt führte uns über die B5 nach Berlin, ganz getreu dem Motto "der Weg ist das Ziel". Eine schöne Gelegenheit, die vielen Alleen zu genießen (mit ihren Blitzern, die selbst einem R4 gefährlich werden können - an dieser Stelle daher Dank an Magellan für den Roadmate 1215).
Kaum aus Hamburg heraus, hörte auch der Regen auf. Abends dann ein kleines Fotoshooting vor dem Reichstag und eine Stadtrundfahrt durch Berlin. Ganz ohne Umweltzonenplakette - denn das Meilenwerk hatte eine Ausnahmegenehmigung besorgt für den TV-Filmdreh.
Am Sonntag, den 24.8., war dann das Treffen im Meilenwerk. Es goss in Strömen, Marie begegnete dem feindlichen Element. Das erste Mal seit Jahren.

Im Meilenwerk trafen sich dann die Autos und ihre Besitzer. Die Fahrzeuge wurden gefilmt, ein paar Interviews gemacht. Was macht ein R4 in der Runde? Er verhält sich unauffällig. Eindruck schinden andere, die mit PS oder Farbe auffallen können.
Es folgte eine schöne, vom AvD organisierte Ausfahrt zum Schloss Liebenberg, während der Fahrt erfolgten einige Filmaufnahmen. Dort war es dann auch endlich trocken und die Autos konnten dekorativ auf dem Schlosshof stehen. Eine Jury bewertete die Fahrzeuge, während wir uns am Buffet bedienten. Danach eine Kolonnenfahrt mit dem Dreh weiterer Filmsequenzen zurück zum Meilenwerk, wo dann die Preisverleihung stattfand.

Um es kurz zu machen: Marie wurde nicht platziert. So ist das mit einem R4 Baujahr 1985. Vom Alter ein Youngtimer, vom Konzept ein Oldtimer. Die Siegerautos waren da eher auch technisch Geschöpfe ihrer Zeit - eine nachvollziehbare Begründung. Aber traf sie auch die Herzen der Menschen im Alltag?

Mit einem R4 der 80er-Jahre kann man bei Youngtimer-Veranstaltungen nicht gewinnen und bei Oldtimern lassen sie einen so jungen Wagen nicht rein. Diese Erkenntnis passt zu dem Grund, warum so wenige banale Alltagsautos, echte Volkswagen, einen Oldtimerstatus erlangen. Weil sich keiner wirklich dafür interessiert. Und genau das ist der Grund, warum Marie nun wieder nur bei Sonnenschein fahren wird. Denn dann ist sie irgendwann wirklich selten. Viel schöner, als irgendwelche Preise zu gewinnen, ist es, die emotionale Seite zu erfahren - auf so einer Veranstaltung und auch auf der Fahrt sehen wir immer viele strahlende Gesichter und hören Geschichten zum R4, für so manchen ist ein R4 eine Erinnerung an die eigene Vergangenheit.

Zum Sieger hat leider wohl kaum jemand etwas zu erzählen. Oder kennen Sie einen Porsche 928-Fahrer? Es ist natürlich ein tolles Auto und verdient alle Anerkennung. Und sicher macht der sich auch gut auf den Verkaufsflächen des Meilenwerks in ein paar Jahren.

Also, liebe Besitzer von Kadett D und E, Rekord, Fiesta, Mazda 323, Ladas, 190er, Golf 2, Polos, R19, Fiat Ritmos und so weiter ... schaut auf 2009, dann soll es eine Neuauflage geben. Wäre doch mal schön, wenn ein Alltagsauto gewinnt.

Gefreut hat mich auch das Lob der Experten - der Wagen ist eher besser als neu und in einem herausragenden Zustand. Und viele Jury-Mitglieder sahen ihn ganz vorn und bedauerten das Ergebnis auch ein wenig.

Wir waren dabei, das war unser Ziel. Sicher zahlt man unterm Strich drauf bei so einer Veranstaltung, aber ist das nicht bei jeder Fahrt mit alten Autos so? Wir hatten ein schönes Wochenende und viel Spaß dabei. Denn der R4 ist die rollende Gelassenheit und nicht der Wettkämpfer aufs Treppchen. Insofern: ein rundum gelungenes und gut organisiertes Wochenende - ein herzliches Dankeschön an die Veranstalter.

Wer mehr darüber wissen will, schaut am 10.9.2008 um 18:30 auf N24 Tempo: Das Automagazin.
Leider ist der TV Beitrag nicht mehr online.

Die Pressemitteilung von N24 nennt die Gewinner.


30. März 2008

R4 Modellhistorie

Die folgende Übersicht zeigt alle gefertigten R4 Modelle und Ausführungen mit ihren Renault-Schlüsselnummern und den Fertigungsjahren.

Hier als PDF

Read this doc on Scribd: R4 Modellhistorie

25. November 2007

Wieso dieser R4?

Wie kam ich zum R4?
Zunächst war da die Erinnerung an einen Wagen, den ich als Student fuhr. Weinrot, in den achtzigern. Ohne Sitze zum Transportieren von Kisten im Hamburger Hafen. Mit Sitzen als preiswertes Studentenauto. Leider gammelte er schneller als mir lieb war und wurde daher verkauft. Aber das fand ich immer schade. Autos sind für mich in erster Linie dazu da, mich zuverlässig zu transportieren. Allein der R4 hatte wohl so etwas wie eine Emotion geweckt.

Im April 2007 fand ich dann einen weißen R4 bei mobile.de. Der Händler machte einen seriösen Eindruck, der Preis war zwar hoch, die Kommunikation und das Vertrauen aber da. Also schnell bei EasyJet ein Ticket nach Basel gekauft und den Wagen angekuckt. Alles war gut, die Schwachstellen schienen überschaubar.

Die Vorbesitzerin hatte den Wagen run 15 Jahre genutzt, um ihr selbst angebautes Gemüse zum Markt in Lörrach zu fahren. Im Winter ist sie dann wohl eher weniger gefahren. Zum 75. hat sie sich dann etwas bequemeres gesucht. Der Händler war begeistert vom Zustand des Wagens und hat ihn für sich zurecht gemacht. Nun musste aber seinen Platz im warmen Ausstellungsraum räumen.

Dann kurz bei der Bahn ein Last-Minute-Reisezug-Ticket nach Hamburg-Altona gekauft, und am nächsten Morgen war ich mitsamt Wagen zurück. Bei näherem Betrachten trübte sich die Freude, von der Bahnfahrt war der Wagen mit Flugrost-Flecken überzogen. Aber dazu und zu dessen Entfernung ein anderes Mal mehr.

22. November 2007

Renault R4 - wussten Sie schon?

  • dass der geheime Codename des R4 "Marie-Chantal" war? Ein Telegramm nach Paris: "Marie-Chantal und ihre Kinder senden ihren Eltern die besten Wünsche."
    Soll heißen: das Testfahrzeug funktioniert einwandfrei.
  • dass der R4 das am häufigsten produzierte Fahrzeug Frankreichs ist?
    8.135.424 R4 wurden gebaut. Nur der R5, der VW Käfer und Ford Model T waren erfolgreicher.
  • dass die Technik des R4 Anfang der 60er Jahre besonders fortschrittlich war?
    Fahrwerk ohne Schmierstellen, geschlossenes Kühlsystem.
  • dass der R4 das am häufigsten nach Deutschland importierte Fahrzeug ist?
  • dass der R4 bis 1994 in Slowenien produziert wurde?
    Wohl oft aus Ersatzteilen, denn offiziell endete die Produktion 1992 in Kolumbien. Die jugoslawischen Produktionsanlagen wurden im Balkankrieg zerstört.
  • dass der letzte R4 in Deutschland 1988 ausgeliefert wurde?
    Der letzte ging an Günter Jauch.
  • dass der R4 an vielen Rallys auf allen Erdteilen teilnahm?
  • dass dem R4 von den Kritikern keine ernsthaften Marktchancen eingeräumt wurden?
    In fast allen Ländern wurde der R4 wegen seines Designs belächelt. Aber er war einfach zu praktisch
  • dass der R4 aus dem Straßenbild verschwindet obwohl es 900.300 bei uns gab?
  • Er wurde gebraucht und nicht wie die "Ente" geliebt. Er ist aber damit das beliebteste
    Import-Auto in Deutschland
  • dass die späten Modelle ab 1987 besonders rostanfällig sind?
    Die Teilequalität in Slowenien war wohl nicht so toll.
  • dass der R4 als Prototyp vier Scheibenbremsen hatte?
    Aber die Kosten… Sie kamen erst 1984 an den Vorderrädern in Serie.
  • dass der R4 einst neue Kleider erhielt? Der R6 war im Prinzip ein R4 in neuem Gewand.
  • dass es kaum einen Klassiker gibt, der mit weniger Geld erhalten werden kann
  • dass es nur einen wirklichen Feind für den R4 gibt?
    Streusalz.
  • dass das rechte Hinterrad fünf Zentimeter weiter vorn steht als das linke?
    Wegen der besonders bequemen, langen Drehstabfedern.
  • dass die wirksame Klimaanlage aus Schiebefenstern und einer Lüftungsklappe unter Frontscheibe besteht?
    Bei alten Modellen leider auch oft eine Ursache für Wasser im Fahrzeug.
  • dass der Kastenwagen "Fourgonette" (jeder zwanzigste R4) das typische Handwerker-Auto war? Viele heute genutzte Kleintransporter anderer Hersteller kopieren die Idee.
  • dass es 1968 das Cabrio "Plein Air" gab?
    Heute ein gesuchtes Sammlerstück. Auch die Allradversion ist rar.
  • dass der R4 eines der ersten Modelle war, das umfangreiche Testfahrten (insgesamt vor Produktionsbeginn rund 2,9 Mio. km) absolvieren mussten?
    Die Erkenntnisse aus Fahrten in extremen Regionen der Erde wurden vor Serienproduktion berücksichtigt, kaum ein Auto zuvor war zum Start der Serie so ausgereift.
  • dass es 1961 auch ein einfaches Modell ohne die hinteren Fenster in der C-Säule gab? Die 22,5 PS-Version hieß R3 und war nicht erfolgreich, weil zu karg ausgestattet.
  • dass der R4 in vielen Ländern hergestellt oder montiert wurde? z.B. Frankreich, Slowenien, Argentinien, Spanien, verschiedene afrikanische Staaten. In Kolumbien wurde auch eine Version mit 1,3l Hubraum produziert, die für die dünne Luft der Anden besser gewappnet war.